Nachruf Max Müller

Der Pfarrverband trauert um seinen ehemaligen Mitarbeiter, Kirchenmusiker Max Müller, der am 18. März 2025 überraschend verstorben ist.

Bis 2019 war Herr Müller als Organist und Leiter des Kirchenchores in St. Agnes tätig.

Max Müller wurde am 22. November 1947 geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Oberschleißheim zusammen mit seinem Zwillingsbruder Albert und seiner Schwester Christa. Von 1963 bis 1966 besuchte er die Berufsschule für Verwaltung in München und absolvierte parallel eine Lehre als Bürokaufmann bei der DAK. Später arbeitete er im Verwaltungsdienst, zunächst bei der Landeshauptstadt München, später beim Freistaat Bayern im Landratsamt München, bis er 2006 in den Ruhestand trat. Das strukturierte Arbeiten und die perfektionistische Genauigkeit kamen ihm nicht nur in seinem Hauptberuf, sondern auch bei der Arbeit im Pfarrverband zugute, denn Max Müller führte überaus penible Anwesenheitslisten bei allen Chorproben und baute das umfangreiche Notenarchiv des Kirchenchors in schönster Ordnung auf.

Früh erlernte er das Klavierspielen und war auch Mitglied der Blaskapelle Oberschleißheim. Im Erwachsenenalter lernte er zusätzlich Fagott und Geige. Neben seiner beruflichen Tätigkeit absolvierte Max Müller kirchenmusikalische Studien am Richard-Strauss-Konservatorium in München und nahm über viele Jahre hinweg an der Kirchenmusikerfortbildung auf dem Domberg in Freising teil, wo er viele Musikstücke kennenlernte, die er dann wenig später seinem Kirchenchor beibrachte.

Ab 1969 war er als Organist in Oberschleißheim tätig, ab 1975 in St. Agnes in der Lerchenau. Wie Müller selbst immer wieder schmunzelnd erzählte, wollte er eigentlich zuerst gar nicht nach St. Agnes, sondern wurde vom damaligen Pfarrer nur als Übergangslösung und Vertretungskraft angeheuert, um ein paar Monate der Personalnot an der Orgel zu überbrücken – aus den paar Monaten sollten schließlich 44 erfolgreiche und glückliche Dienstjahre werden, die ihn eng mit der Pfarrei und den Chorsängern verbinden sollten. 2015 feierte Müller sein 40-jähriges Dienstjubiläum. Auch nach dem Ende seiner Tätigkeit in St. Agnes blieb er musikalisch aktiv, zum Beispiel als Vertretungsorganist in Oberschleißheim und im Chor von St. Ulrich in Unterschleißheim.

Max Müllers charismatische Künstlerpersönlichkeit, seine Zuverlässigkeit und Genauigkeit, seine langjährige Erfahrung machten ihn zu einer festen Institution in St. Agnes. Insbesondere die altgedienten Chormitglieder, die mit Herrn Müller über vierzig Jahre jeden Donnerstagabend bei der wöchentlichen Chorprobe verbracht haben, erinnern sich gerne an musikalische Sternstunden, Aufführungen mit großem Orchester, das Herr Müller dank seiner gut gepflegten Kontakte jedes Mal zusammentrommeln konnte, an zünftige Chorfeiern und inspirierende Reisen und Ausflüge. Die Orgel von St. Agnes lag Max Müller besonders am Herzen und so setzte er im Laufe seiner Dienstjahrzehnte mehrere Erweiterungen durch, zum Beispiel den Einbau eines Schwellkastens, einer Suboktavkoppel und eines weiteren Registers im Schwellwerk. Bei seiner Arbeit legte Herr Müller auch eine große Demut an den Tag. Einmal gab er seinem Chor vor einer Messe mit auf den Weg: „Wir singen nicht zu unserem eigenen Ruhm, sondern allein zur Ehre Gottes.“

Herr Müller verbrachte seine Freizeit mit Schreinerei, seiner Modelleisenbahn und im eigenen, liebevoll gepflegten Garten. Er hinterlässt seine Familie, besonders seine Witwe und seine Tochter, in tiefer Trauer. Der Pfarrverband wird sein Andenken in liebevoller Erinnerung halten.

Nachruf von Carl Seebode